Die Anfänge und weitere Geschichte des Kadaner Museums ist unklar, weil keine Dokumente erhalten bleiben. Bei Forschungen über die Museumsentwicklung könnten nur Zeuge mit ihren Erinnerungen behilflich sein. Der folgende Text möchte nur in Grundlinien unsere Kentnisse zusammenfassen.
1903 - 1935
In 1903 wurde in Kadan der Verein der Museumsfreunde gegründet, der bei den Vorbereitungen der Museumseröffnung stand. Er war mit der Stadtverwaltung nah verbunden und seine Leitungsmitglieder waren Stadtbeamten. Die Vereinsversammlungen fanden im Rathaus je nach Bedarf statt. Einmal pro Jahr kam sich der ganze Verein zusammen, um den Jahresbericht zu genehmigen. Die Vereinsleitung wurde regelmässig gewählt.
Der Verein bzw. das Museum war eine Beitragsorganisation mit dem Hauptbestandteil des Rathauses zusammen mit Spenden individueller Vereinsmitglieder. Das Museum hatte nicht genug Geld, um eine grosse Menge von Exponaten anzukaufen. Neben Finanzierungshilfe war das Museum auch bei der Sammeltätigkeit an den Stadtbürgern abhängig, die zur Existenz des Museums wesentlich beitrugen. Aus diesem Grund bezogen sich meiste Exponate zur Lokalgeschichte. Der Hauptziel des Museums war eine Beschreibung der Stadtgeschichte für die Zeitgenossen. Das Museum gehörte auch zum Museenverband Nordwestböhmens und nahm an Ausstellungen über diese Region teil.
Das erste Museumsgebäude war die ehemalige Pfarrschule aus dem 16. Jh., heute das Haus Nr. 83 hinter der Pfarrkirche der Erhöhung des hl. Kreuzes.
Im Jahre 1928 entschied sich der Verein, den Ausstellungsraum auszuweiten. In Abstimmung mit dem Pfarrer wurde für das Museum auch die benahbarte sog. Rosenkranzkapelle verliehen und akkomodiert. Sie wurde am 20. Mai 1928 festlich geöffnet und diente der Präsentation von Exponaten kirchlicher Bestimmung.
Im Jahre 1934 wurden i Kadan 220 Museumsfreunde registriert. Dieser hohen Numer nach kann man glauben, dass die Vereinsmitgliedschaft eine Prestigesache für die Kadaner geworden ist.
Mitgliedsbeiträge halfen dem Museum die grosse Krise zu überstehen, aber finanzielle Probleme wurden wahrscheinlich nicht ganz beseitigt. Trotz der Rathausstrebung um Hilfe von vielen Vereinen in der Tschechoslowakei war der Kadaner Verein 1934 nicht fähig, den regelmässigen Beitrag an den Museenverband Nordwestböhmens zu bezahlen und musste ihn verlassen.
1935 - 1945
Ein wichtiger Markstein war 1935. Eine Kadanerin, Maria Janka, entschied sich, ihr Haus dem Museum zu schenken. Der Verein schuf davon den Museumshauptsitz. Das war das Eckhaus No. 115 auf dem Hauptplaz. Nach einer notwendigen Rekonstruktion waren 6 Expositionsräume in Juni 1935 festlich eröffnet. Seitdem gab es eine Führung durch alle drei Museumsgebäude.
Im Dritten Reich wurde das Museum u. A. für propagandische Ziele benutzt. Es überlebte bis 1945, als die deutschen Einwohner vertrieben wurden. Damit wurde auch eine Etape des Museums und die Tätigkeit des Museumsvereins abgeschlossen.
1945 – 1975
Die neue Stadtverwaltung von 1945 interessierte sich nicht für das Museum und gewährte ihm wenig Geld, das sich später auf den Gebäuden zeigte. Die Museumsleitung ist ein Bestandteil des Verschönerungsverbandes von Kadan geworden. Nach 1948 waren alle Museumsaktivitäten ausschliesslich freiwillig und ohne finanziellen Anspruch. Die Situazion verbesserte sich 1951, als eine Arbeitsstelle des Museumsangestellten eingerichtet wurde. In den fünfziger Jahren war hier ein Kreis junger Archäologen tätig. Beim Museum wirkte seit 1950er auch ein neuer Verein, der Vorlesungen, Ausstellungen usw. organisierte.
Nach der Wende 1948 wurde die gesamte Museumsarbeit in dem Staat durch das Kulturministerium zentralgeleitet. Die Museenaktivitäten wurden von Geschichte zur Politik und kommunistischer Propaganda gewendet.
Nach 1960 wurde das Museum wieder ein Stadtmuseum (nicht mehr Kreismuseum) und es verfiel langsam. Das Gebäude Nr. 115 verkam und 1972 wurde das Museum in die Kadaner Burg umgezogen. Nach drei Jahren wurde es vollends aufgelöst und alle seine Gegenstände wurden dem Kreismuseum in Chomutov übergegeben. Dort sind sie bis heute registriert.
Die Zwischenzeit 1975 - 1999
Die neueste Geschichte des Kadaner Museums ist mit dem ehemaligen Franziskanerkloster verbunden. Das Kloster wurde 1950 von der Staatssicherheit gewaltsam geschlossen. Danach war es notwendig, sich um das Klostergebäude zu kümmern. Dazu banden sich auch Pläne, im Kloster ein kirchliches Museum zu schaffen. Es ist aber nicht gelungen und das Gebäude wurde von 1954 bis etwa 1960 als ein Teil des Karlsbader Staatsarchivs benutzt. Spätestens 1971 wurde das Kloster vom Kreismuseum in Chomutov übergenommen und diente als Depositär.
Das zerfallende Gebäude wurde erst 1987 für die Öffentlichkeit aufgeschlossen. In einem Teil des Kreuzgangs und in der Katharinenkapelle fanden einige Ausstellungen der Kadaner Künstler statt. Jede Vernissage wurde mit einem Konzert im Refektorium begleitet. In 1988 wurden aber diese versprechenden und reichlich besuchten Ereignisse wieder verboten mit der Begründung, dass der Regime und die Sicherheit des Depositärgebäudes nicht bedroht werden dürfen.
Öffentliche Museumsaktivitäten wurden für einige Jahre beendet. Im Jahre 1991 hörte das Kreismuseum auf, das Kloster zu benutzen und seitdem war es leer. Im Zusammenhang mit der gesamten Baurekonstuktion des Gebäudes (1995-2003) und mit der Suche nach seiner künftigen Verwendung fanden an der Stadtbehörde 1996 die ersten Handlungen über die Erneurung des Muzeums statt.
Seit 1999
Die erste Dauerausstellung wurde im Mai 1999 in den Klosterkellern eingerichtet. Sie wurde den mineralogischen Merkwürdigkeiten, Fossilien und der Bergbaugeschichte in Kadaner und Komotauer Gebiet gewidmet.
Im 2001 wurde eine Kommission eingerichtet, die den Museumsangebot erweitern sollte. Drei Jahre danach entstand eine neue Dauerexposition über die Geschichte des Klosters und 2005 wurde ein neuer Runggang über die Geschichte der Stadt vom 12. Jh. bis dem Ersten Weltkrieg eröffnet. Dadurch wurde die Idee des neuen Stadtmuseums in Kadan gekrönt.
Zusammengefasst auf Grund der Forschung von Mgr. Jiri Kopica