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Besonders sehenswert ist die spätgotische Klosterkirche der Vierzehn hl. Nothelfer, die 1473-1493 erbaut wurde. Hier finden wir u. Ä. hochwertige Renaissancewandmalereien (stilistisch nah dem berühmten sächsischen Meister Lucas Cranach d. Ä.). Dieser Ort war vom Anfang an ein Pilgerort der Vierzehnheiligen, deren Altar im südlichen Nebenschiff situiert ist. Einzig in seiner Art in Böhmen ist die spätgotische Tumba mit Skelettenrelief, die von Ulrich Greutz 1517 geschaffen wurde. Es handelt sich um das Grabmal des Johannes von Lobkowitz und Hassenstein, dessen Epitaph im Ritterrüstung (ursprünglich zugehörig zur Tumba) sich heute hinter dem Hauptaltar befindet. Nahe der Kirche finden wir einen Raum mit gotischem Kreuzgewölbe, der ursprünglich als Kapitelsaal diente. Erst 1707 wurde er als Sakristei eingerichtet.

Náhrobní thumba zakladatele kláštera  Jana Hasištejnského z Lobkovic, rok 1517Grabmal des Klostergründers Johannes von Lobkowitz und Hassenstein aus dem Jahre 1517 von Ulrich Greutz

Bei der Klosterbesichtigung tritt man erst in den Kreuzgang mit restaurierten Wandmalereien. In kleinem Paradieshof sieht man eine restaurierte Fassade aus dem Jahre 1500. In der Kapelle der Hl. Katharina erhält der Besucher Kenntnis vom Kult der Vierzehn Nothelfer, die auf allen hier ausgestellten Votivbildern dargestellt sind. Sie wurden von den Gläubigen in schwierigen Lebenssituazionen um Hilfe gebeten.

Křížová chodba Der Kreuzgang

Im südlichen Trakt des Erdgeschosses befindet sich das Refektorium (Speisesaal) mit Barockausstattung. Zunächst stand die Klosterküche (nicht erhalten) und eine kleine Speisekammer mit dem Kellereingang. Im Vorraum des Refektoriums kann man sich mit dem Ursprung des Franziskanerordens und mit dem Leben seiner bedeutenden Heiligen vertraut machen (ausgestellt wird z. B. ein franziskanischer Habit). Verfügbar sind auch Informationen über die Baugeschichte des Klosters, einschliesslich archeologischer Funde und Forschungen der Restauratoren.

Průhled dveřmi do zásobárenskému sklepu Ein Blick in die Speisekammer

Im 1. Stock befindet sich das Dormitorium mit Zellen der Ordensbrüder. Zwei der Zellen besichtigt man während des Rundgangs im Klosterexposition. Eine ist als authentische Franziskanerzelle eingerichtet, in der zweiten befindet sich ein Uhrwerk vom Anfang des 18. Jahrhunderts (im Gang nur im Sommer). Das Klostergebäude ist auch dank seinem spätgotischen Zellengewölbe bekannt. Im Kloster wurde es um 1500 in drei Räumen verwendet. Einer Hypothese nach dienten sie eher der Stifterfamilie, den Herren von Lobkowitz und Hassenstein, als (zwei) Wohnzimmer und eine Kapelle.

Bývalé cely františkánů nacházející se v 1. patře kláštera. Die ehemaligen Zellen der Franziskaner im 1. Stock des Klosters

Das Franziskanerkloster der Vierzehn hl. Nothelfer
Geschichte

Das Stadtmuseum in Kadan (Kaaden) befindet sich im Gebäude des ehemaligen Franziskanerklosters. Seine Geschichte ist sehr reich, wie auch der folgende Kurztext beweist.

Auf der Stelle des heutigen Klosters befand sich eine Kapelle der Vierzehn hl. Nothelfer, erstmals 1469 erwähnt. Ursprünglich diente sie nur als eine Pilgerkapelle, zu der im Frühling 1473 die Franziskaner kamen. Sie wurden vielleicht von den Bürgern der Stadt eingeladen, die der Kapelle dadurch eine neue Dimension geben wollten. Nur kurz war die Kapelle ein Kern des neuen Klosters. Bald wurde die neue geraumigere Klosterkirche gebaut und die Kapelle verschwand. Der Chor wurde im Herbst 1480 eingeweiht, das Kirchenschiff und Nebenschiffe zu Ostern 1493. Im Jahre 1481 wurde das Kloster im Bau von den Herren von Lobkowitz und Hassenstein erworben. Sie förderten den Anbau und wurden als Stifter des Klosters angesehen. Dieses bedeutende Adelsgeschlecht wählte sich diesen Ort zu ihrer letzten Ruhestätte. In der Klosterkirche befinden sich noch heute einige Denkmäler, die an die Lobkowitzer erinnern – nämlich die prachtvollen Renaissancewandmalereien im Chor und drei Grabmäler (15. und 16. Jahrhundert).

Der Glaubensstreit zwischen Lutheranen und Katholiken im 16. Jahrhundert wirkte sich an der Entwicklung des Klosters negativ aus. Erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts besserte sich die Situazion und das Kloster wurde umfassend renoviert. Zur Klosterkirche wurden zwei Nebenkapellen zugebaut und die Kirche bekam auch ein neues Barockmobiliar. Die Orgelempore stammt aus 18. Jahrhundert. Auf der Barocktür des nordlichen Kircheneingangs sieht man bis heute Spuren einer Schiesserei aus dem Jahre 1741. Im Laufe des Deutsch-französischen Krieges wurden in der Klosterkirche manche französischen Soldaten geschossen, die dort eine Zufluchtsstelle gesucht hatten.

Unter der Regierung des Josef II. entkam das Kloster 1785 nur knapp einer Schliessung. Der Noviziat wurde geschlossen und die Anzahl der Ordensbrüder von 36 auf 12 reduziert. Nach einem ruhigen 19. Jhr. trafen das Kloster im 20. Jhr. weitere Rückschläge. Im zweiten Weltkrieg mussten die Franziskaner die Hälfte ihrer Gebäude für die Hitlerjugend räumen. Nach dem Krieg lebten sie relativ im Frieden, aber nicht für lange. Im Frühling 1950 wurde die hundertjährige Existenz der Kadaner Klosterkommunität gewaltsam beendet. Das kommunistische Regime schloss alle männlichen Klöster in der damaligen Tschechoslowakei.

Lange Jahrzehnte wurde das Kloster nur als Archiv und Depositär benutz und es verfiel langsam. Nach der Wende, im Jahre 1991, wurde das Kloster dem Franziskanerorden übergegeben. Da dieser Orden jedoch nicht genug Ordensbrüder und finanziellen Mittel zur Verfügung hatte, übergab er das Kloster dem Bistum Leitmeritz. Dort wurde ein langfristiger Mietvertrag mit der Stadt Kadan für das Kloster unterschrieben, damit die Stadt das Gebäude fachgerecht renovieren und als Stadtmuseum nutzen kann. In den Jahren 1995-2001 wurden die wichtigsten Bauarbeiten an den Gebäuden durchgeführt. Sie kosteten 175 Mio. Kronen (etwa 6,7 Mio. Euro). Zur Zeit werden Schritt nach Schritt wertvolle Wandmalereien im Kreuzgang und Klosterkirche restauriert, was noch viele Jahre verlangen wird.

Der Rundgang „Das Leben im Kloster“ wurde im Mai 2004 eröffnet. Die Stuktur der neuen Daueraustellung wurde vom Thema „Kloster“ inspiriert, und umgekehrt, die Ausstellung reichert die Räume des Klosters an. Der Besucher kann wertvolle Architektur und Klosterausstattung samt Kunst- und Gewerbewerke bewundern. Die Exposition entstand als Produkt der Zusammenarbeit der Stadt Kadan, des Regions Usti nad Labem (Aussig a. d. Elbe), des Bistums Litomerice (Leitmeritz), des Regionalmuseums in Chomutov (Komotau), des Staatkreisarchivs in Chomutov mit Sitz in Kadan und anderer Institutionen.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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